ICA Maximar 207, Laufbodenkamera und die „Pferdeäpfel“
Was die ICA mit “Pferdeäpfel” zu tun hat.
Um die ICA Maximar 207 ging es anfangs eigentlich noch gar nicht. Die Idee war, das Filmmaterial CHS 100 II von Adox weiter zu testen. Bei den vorangegangenen Versuchen zeigten die Negative auffällig viele Pinholes. Der Verdacht lag nahe, dass dies mit der Wahl des Entwicklers zusammenhängen könnte. Deshalb wollten wir einen weiteren Versuch mit Rodinal und Adox CHS 100 II machen.
Dann stellte sich die Frage: Was fotografieren wir dafür? Die Antwort war schnell gefunden. Die alte Laufbodenkamera ICA Maximar 207 aus den frühen 1920er Jahren durfte als Modell herhalten.
Kurz gesagt: Die Pinholes waren deutlich weniger ausgeprägt als mit Kodak Xtol, grob geschätzt rund 90 Prozent weniger. Damit war der Hauptverdacht vorerst geklärt. Ganz abgeschlossen ist das Thema aber noch nicht, denn der nächste Versuch wird mit HC-110 stattfinden.
P.S.
Die Laufbodenkamera ICA Maximar 207 ist seit 1979 in Marcels Besitz. Bereits als 14-Jähriger war er kaum ohne seine Exakta unterwegs. Er fotografierte alles, was um ihn herum geschah. So fiel er wohl auch im Dorf Elgg ZH auf. Im Frühling 1979 sprach ihn dort eine ältere Dame an und erzählte ihm von der Kamera ihres verstorbenen Mannes.
Kurz darauf sass er am Wohnzimmertisch der alten Dame und bestaunte die ICA Laufbodenkamera mit ihrem Zubehör, das sich in neuwertigem Zustand präsentierte. Die Dame bot ihm die Kamera für 100 Franken an, und er sagte sofort zu. Doch wie sollte er sie bezahlen? Für einen 14-Jährigen, der jeden Rappen für Filmmaterial und Chemie ausgab, war das ein kleines Vermögen. Zudem zahlte er seit 1977 Monat für Monat die 300 Franken für die Exakta bei seinem Grossvater ab.
Wenn man etwas wirklich will, gibt es immer einen Weg, dachte er sich, und intensivierte seine Freizeitjobs im benachbarten Pferdegestüt. Er putzte Sättel, striegelte Pferde, sammelte Pferdeäpfel ein, begleitete Pferde und wusch Autos. So hatte er gegen Ende des Jahres das Geld zusammen, läutete erneut bei der alten Dame und kaufte die langersehnte Laufbodenkamera.
Die alte Dame liess ihn nicht einmal zu Wort kommen. Nimm das Geld wieder, sagte sie, und kauf dir etwas Gescheites dafür. Vielleicht Filme oder Fotochemie bei Eschenmoser in Zürich. Und so hielt er plötzlich die Kamera und das Geld wieder in seinen Händen.
Was für ein besonderer Moment. Das Geld wurde umgehend bei der Firma Eschenmoser in Zürich angelegt. Es floss in Planfilme, Chemie und Fotopapier






